Projekte & Aktivitäten & Initiativen > Pflege der Alten Bleiche (Teichprojekt)

Der Zustand und die Wasserqualität der Alten Bleiche sind sehr schlecht. Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Situation der Bleiche darf der HKK-Roxel nicht durchführen, da er nicht Eigentümer der Teichfläche ist. Der HKK-Roxel pflegt seit Jahren die Anlagen und setzt sich dafür ein, dass dieser Teich in Verbindung mit der vorhandenen Grünfläche erhalten bleibt. Die Stadt Münster hat bis zum Jahre 2013 Aufschub gewährt, bisher aber NICHT den gültigen Bebauungsplan geändert. Genau das streben wir an und hoffen, dass die Politik und die Verwaltung der Stadt Münster ein Einsehen haben werden.

Seit November 2014 ist nun klar, das die alte Bleiche erhalten bleibt. Das Amt für Immobilienmanagement der Stadt Münster hat in Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung West eine Regelung gefunden, wie das Grundstück in Zukunft gepflegt werden kann. Danach wird die Stadt Münster den Teich mit einem 1,2, Meter hohen Zaun umgeben, so dass der Verkehrssicherungspflicht
genüge getan wird. Weiterhin wird die Stadt MÜnster für eine einmalige Grundreinigung des Teiches in Höhe von ca. 3000 € aufkommen.
Die laufenden jährlichen Kosten für die Pflege des Teiches von 1000 € wird die BV West aus ihren frei verfügbaren Mitteln sicher stellen.
Ein kleiner Wermutstropfen am Rande: Das Grundstück zwischen Teich und Roxeler Straße soll veräußert werden, positiv ist allerdings, dass die Anbindung direkt über die Roxeler Straße und nicht - wie zunächst geplant - über die Straße Am Seihof erfolgen wird.

Die Alte Bleiche - die lange Jahre fälschlich als "Seihof-Teich" bezeichnet worden ist, findet sich bereits in den ältesten Karten, so auch im
Urkataster (links klicken) von 1827 (mit der Bezeichung Bleiche). Sie hing ganz offensichtlich mit dem sog. Fischeteich  und weiteren kleinen Fließgewässern zusammen, die heute leider nicht mehr vorhanden sind. So gab es auch einen großen Teich, einen Rest der alten Befestigungsanlage rund um die alte Wehrkirche mit ihren Spiekern östlich des heutigen Hotels Brintrup. Am westlichen Rande des Dorfes, nahe dem heutigen Friedhof, lag der Noth-Teich, später Messings Diek (Teich) genannt. Offensichtlich hatte dieser die Funktion, Löschwasser zur Verfügung zu stellen. Ein Brand war verheerend, wenn er nicht sofort im Keim erstickt wurde. Mehrmals ist das ganze Dorf Roxel in Schutt und Asche gelegt worden.
Aufgrund der geologischen und physiogeographischen Verhältnisse bei uns in Roxel, ist zumindest die Alte Bleiche ein Quellteich. Die Quelle sprudelt noch immer, wenn auch nicht mehr so intensiv wie früher. Die vielen Drainagen entsorgen frühzeitig das versickernde Regenwasser, sodass es den Grundwasserspiegel nicht mehr erreicht.
Zum Namen Bleiche: Die Wasserqualität dieses Teiches, am alten Hof Schulte Berndt gelegen, war so gut, dass viele Dörfler hierher kamen, um ihre Leinenwäsche - meistens mit Wasser und Asche als Bleichmittel - zu weißen. Dies geschah jahhundertelang. Zur Fastenzeit wurden die hier gehaltenen Karpfen abgefischt und gegessen, später die vollen Milchkannen gekühlt. Für die Dorfjugend war die Bleiche im Winter Eisbahn. Auch deshalb ist die Erhaltung dieses Bodendenkmals »Quellteich Alte Bleiche« auch von großer Wichtigkeit für die Nachwelt.




Foto | D. Kuhmann